So, habe den 10,1" Monitor (den Andars oben beworben hatte) gestern und heute ein wenig getestet. Meine Meinung oder Einschätzung ist natürlich völlig subjektiv und laienhaft. Den Monitor gibt es immer noch bei ebay für ca. 44,95 Euro (wenn man lange genug sucht, findet man auch Angebote für 42,95 Euro oder 39,95 Euro, aber auch teurere Angebote).
Link: https://www.ebay.de/itm/205847067101
1) Aufstellen: Andars hat den kleinen Monitor wie ein Bild an die Wand gehängt, das ist vermutlich auch die beste Lösung ! Meinereiner will den kleinen Monitor aber mit auf Reisen nehmen, z.B. zu einem Atari-Treffen und vermutlich haben die es in Kellenbach (Hatz), Lengenfeld (Fujiama) oder Herten (Bürgerhaus) oder sonstwo nicht so gerne, wenn ich da mal eben ein paar Löcher in die Wand bohre um diesen Monitor aufzuhängen... 😂
Also muss halt der mitgelieferte Standfuß herhalten. Nur: Der Standfuß taugt leider nix ! Man kann den Ständer theoretisch in der Höhe (aufgrund einer langen Aussparung in der Rückseite des Monitors) variieren. Es könnte also theoretisch der Monitor etwas in der Luft stehen und der Ständer deutlich unter dem Monitor raussschauen. Dann könnte der Monitor auch senkrecht stehen, wie das bei großen Monitoren ja auch geht. In der Praxis klappt das leider nicht, der Monitor ist für den Fuß zu schwer und kippt sodann nach vorne um. Nun gibt es zwei Lösungsmöglichkeiten, die ich beide nicht so toll finde:
a) Ich stelle den Fuß in der Höhe so ein, dass er nicht über den unteren Monitorrand hinausragt bzw. ein paar cm hinter dem Monitor verschwindet., dadurch wird der Monitor etwas nach hinten gekippt und steht stabil. Sieht ja gut aus, Problem: Die Kabel, die man einstecken muss ragen deutlich über den Monitorrand hinaus bzw. der Monitor liegt dann auf den Steckern auf, so dass dies nicht wirklich gut klappt (ist auch Fummelei, die Kabel am Fuß vorbei zu legen) und der Monitor wird mit Kabeln dann wieder instabil und kippt leicht.

b) Ich stelle den Fuß in der Höhe so ein, dass er ziemlich weit über den Monitorrand hinausragt. Damit der Monitor nicht vornüber kippt, neige ich ihn weit nach hinten. Problem: Man muss den Monitor weit nach hinten neigen, damit er nicht umkippt (und die Kabel problemlos dranpassen). Dadurch fällt aber mehr Licht von der Seite und von oben auf den Monitor, es gibt Reflexionen, etc.
Der Fuß wird "variabel" mit einer einzelnen Metallschraube in einer langen Aussparung befestigt (dazwischen kommt ein quadratisches Plättchen aus Metall zum justieren und fixieren). Das Monitorgehäuse ist aus Plastik, die glatte Aussparung auch. Wenn man dort die Schraube reindreht (oder sie sogar mehrfach reindreht), dann hinterlässt das Spuren im Plastik. Ich habe die Schraube so reingedreht, dass der Fuß gerade so hält und es sind schon deutlich sichtbare Druckspuren im Plastik. Würde ich die Schraube richtig festziehen, dann würde sie vermutlich das Plastik zerreißen. Auch bei mehrfachen rein- und rausdrehen ist früher oder später damit zu rechnen, dass es Risse in der Plastikaussparung des Monitors gibt. Fehlt eigentlich nur noch, dass der Monitor einen wichtigen Chip (oder sonstige Elektronik) eingebaut hat und sich dieser genau hinter der Aussparung befindet, damit nicht nur das Plastik, sondern auch der Chip gleich kaputt geht, wenn man die Schraube zu fest oder zu weit reindreht. Kurzum, der Fuß ist die Schwachstelle des Monitors und die Aussparung zur Befestigung des Fußes ist vermutlich die Sollbruchstelle... aber genug davon.

2) Test mit AV / Composite (Cinch gelb, weiß, rot):
Aus dem ABBUC-Shop habe ich mir schon vor einiger Zeit Kabel besorgt, die aus dem DIN5-Monitorausgang entweder AV/Cinch oder S-Video und Audio machen. Also Atari verkabelt, Monitor nach einigem Fummeln stabil aufgestellt, AV-Kabel an den Monitor angeschlossen und los geht es.
a) Schwarz-Weiß-Menü der Subcart: Die Buchstaben bzw. das gesamte Menü lässt sich sehr gut lesen, es gibt kaum sichtbare Artefakte und kaum gelb/grün Verfärbungen, wie man sie von Composite kennt. Das Bild macht einen guten Eindruck. Ich kann am Monitor (oder über die FB) zwischen 4:3 und 16:9 umschalten und noch diverse andere Einstellungen vornehmen. (Die hier sichtbaren Streifen hat der Monitor nicht, es ist ein Moire-Muster, das beim Fotografieren mit Kamera/Bildschirm entsteht.)

b) ACP 1.0 von TeBe und 1.1 von MDA: Auf den ersten Blick gibt es keine waagrechten Linien (sog. Hannover-Bars), keine Schachbrett oder sonstigen Dithermuster. Die oberste und unterste Zeile (240) wird problemlos dargestellt. Bei näherer Betrachtung (gutes Auge oder Zoom) fallen mir jedoch zwei Sachen auf: Bei den Graustufen (ganz oben im Bild) erscheinen in fast allen Helligkeiten oberhalb der Farbe kleine weiße Striche, bei einer der Braunstufen (ganz unten im Bild) erscheinen ebenfalls bei fast allen Helligkeiten unterhalb der Farbe kleine weiße Striche. Bei den Übergängen der Helligkeiten (von einer Helligkeit zur anderen) erscheinen zum Teil Muster oder Artefakte (oder etwa Zickzack-Linien?), besonders bei ACP 1.0 von TeBe. Man muss hier zwar sehr genau hinschauen, um das zu sehen, doch begegnen uns diese kleinen Eigenarten später auch in Spielen oder Bildern. Das könnte ja an meinem billigen Cinchkabel liegen, doch der böse Andreas hat dieses Kabel auch an den 139cm Hisense 4K TV angeschlossen (der hat noch AV mit 3x Cinch) und da gab es diese Fehler nicht.

c) Donkey Kong Junior Titelbild: Man sieht den grünen Schriftzug mit kaum sichtbaren Artefakten, Mario, Donkey Kong, Junior, etc. ist alles auf dem Monitor gut erkennbar. Nur meine Handykamera spinnt leider herum und zeigt die Farben auf dem Foto nicht so, wie sie wirklich sind, sondern viel zu hell und verwaschen (die oberen Ebenen bei Mario sind z.B.auf dem Monitor schön gelb und nicht weiß, der Titel Donkey Kong Junior by Nintendo erscheint auf dem Monitor in sattem grün und nicht so blass, etc.). Vermutlich brauche ich da mal ein neues/besseres Handy, meins ist ja auch schon mehr als 5 Jahre alt. Man mag es kaum glauben aber viele HDMI-Konverter und auch LED/LCD TV's haben mit der Darstellung dieses Titelbildes Probleme (heftige Artefakte, Fehlfarben, Grafikbugs bzw. Linien/Striche, etc.), daher nehme ich es gerne zum Testen. Der kleine Monitor stellt das Bild gut dar (mein Handy nicht!).

d) Street Fighter 2: Mal etwas Neues zum testen. Einige HDMI-Konverter und TV's haben mit den Grafiken dieses Spiels größere oder kleinere Probleme. Sie produzieren Streifen, Fehlfarben und was weiß ich noch alles. Besonders deutlich wird das im Kämpfer-Auswahlscreen, wo leider auch meine Handykamera Probleme macht. Man sieht in der Bildmitte ein Moire-Effekt, der auf dem Monitor nicht zu sehen ist. Außerdem sind die Farben auf dem Monitor deutlich besser erkennbar als auf dem Handyfoto. Egal, was man noch sieht sind typische Composite-Artefakte bei Ryu und seltsame gepunktete Linien am linken und rechten Bildrand. Im Vergleich mit anderen Monitoren und HDMI-Konvertern wird das Bild hier aber gut wiedergegeben (und auch alle anderen Kämpfer-Bilder, Hintergrundbilder, etc.)

e) Lighthouse Rasta Bild: Hat wieder einen schönen (vom Handy erzeugten) Moire-Effekt, ansonsten sieht das Bild auf dem kleinen 10" Monitor auch mit Composite relativ gut aus. Hier versagt entweder mein 139cm Hisense TV und zeigt das Bild mit viel mehr Strichen und stärker verpixelt an oder es liegt an seiner schieren Größe, dass das Bild dort furchtbar aussieht.

f) AVF-Videos: Das sind Videos in Gr.9+11 Auflösung (80x100 Pixel mit 256 Farben) und Ton, die laut phaeron mit bis zu 509k pro Sekunde abgespielt werden können, also 50fps bei PAL und 60fps bei NTSC. Da habe ich keine Bilder geschossen, meine Handykamera taugt ja eh nix. Aber es wirkte bei einigen Videos so, als ob da auf dem kleinen Monitor Fehlfarben und merkwürdige Pixel (fast wie Dithering) auftauchten.
3) mit ODV-Konverter an HDMI:
a) via Composite: Sah alles ziemlich genauso aus, wie direkt mit Composite angeschlossen, bei ACP tauchten jedoch die seltsamen Muster und weißen Linien nicht auf. Das Bild war also minimal besser. Wenn der Atari die Grafikauflösung umschaltete (änderte), zeigte der kleine Monitor jedoch öfter für mind. 1 Sekunde einen blauen Screen an. Das war beim direkten Anschluss von Composite nicht der Fall. Der große Hisense zeigt keinen blauen Screen, stattdessen wird in der linken oberen Ecke die neue Auflösung angezeigt.
b) mit S-Video: Der kleine Monitor hat kein S-Video, doch mittels HDMI-Konverter kann man auch S-Video nutzen (natürlich nur, wenn sowohl der Konverter, als auch der Atari dafür ausgerüstet sind). Das Bild wird nun am kleinen Monitor deutlich besser, alle Artefakte (z.B. im s/w Menü der Subcart, im Donkey Kong Jr. Titelbild, bei Ryu in SF2, etc.) verschwinden. Aber auch hier neigt der kleine Monitor öfter dazu einen blauen Screen anzuzeigen, wenn sich die Auflösung ändert.
4) Audio: Der kleine Monitor hat zwei kleine Lautsprecher, deren Leistung beträgt max. 1W. Für kleine Atari Soundtests (stell das leiser!) oder Tinnitus (zu spät!) reicht das. Wer Rock am Ring oder Wacken beschallen will braucht etwas mehr Wumms.
Fazit: In meinen Augen ist der kleine Monitor gut und selbst mit Cinch/Composite absolut sein Geld wert ! Nur richtig miserabel ist sein Standfuß. Da muss unbedingt was besseres her...